Hauptbanhof - Wien

Neuer Hauptbahnhof - die Siegerprojekte des ersten Bauträgerwettbewerbs

Wien bekommt nicht nur einen neuen Hauptbahnhof, sondern auch ein neues Stadtquartier mit rund 5.000 Wohnungen, einem Schulcampus, einer großen Parkanlage sowie Bürobauten und Geschäften. Garant für die hohe Wohn- und Lebensqualität im neuen Stadtviertel sind Bauträgerwettbewerbe. Sie gewährleisten, dass im geförderten Wohnbau ausschließlich Top-Projekte zum Zug kommen. So auch beim ersten Bauträgerwettbewerb für die geplanten 1.160 Wohnungen im Sonnwendviertel, der die ArchitektInnen und Bauträger vor neue Herausforderungen stellte: Denn erstmals sollte im Rahmen eines Bauträgerwettbewerbs das Partizipationsmodell „Baugruppen“ und das neue, von Wohnbaustadtrat Michael Ludwig initiierte Bewertungskriterium „Soziale Nachhaltigkeit“ zur Anwendung kommen.
Nun stehen die sieben Siegerprojekte fest. Sie erfüllen nicht nur die anspruchsvollen Anforderungen, sondern bieten darüber hinaus innovative Lösungen für den geförderten Wiener Wohnbau. Dies alles unter der in Wien schon selbstverständlichen Prämisse höchster Wohnqualität bei Leistbarkeit der Mieten. Heute, Mittwoch, stellte Wohnbaustadtrat Vizebürgermeister Dr. Michael Ludwig die Siegerprojekte für die erste Bebauungsphase beim neuen Hauptbahnhof vor.

Beim Bauträgerwettbewerb, der vom wohnfonds_wien durchgeführt wurde und der heuer im Juni startete, wurden insgesamt 24 Projekte für sieben Bauplätze eingereicht. „Die gestellten Anforderungen - ganz besonders im Hinblick auf das neue Kriterium 'Soziale Nachhaltigkeit' - wurden bei allen Siegerprojekten auf hervorragende Weise umgesetzt. Das Sonnwendviertel wird modernste Wohnbauten bieten, bei denen das Wohlbefinden und Miteinander der künftigen Bewohnerinnen und Bewohner im Mittelpunkt steht“, freute sich Wohnbaustadtrat Vizebürgermeister Michael Ludwig.

„Neben vielfältigsten Wohnungstypen und flexibel adaptierbaren Wohnungsgrundrissen, Wohnungen für Menschen mit besonderen Bedürfnissen, betreutem Wohnen, Wohnen-für-Generationen-Wohnungen sowie Home-Offices ist ein breit gefächerter Mix an Kommunikationsflächen und Gemeinschaftsräumen für alle Generationen vorgesehen, die zum Teil auch von den künftigen Bewohnerinnen und Bewohnern gemeinsam gestaltet werden können. Dazu zählen Nachbarschaftsgärten, Mieterbeete, multifunktionelle Räume, die für Hobbys, Theateraufführungen oder Feste zur Verfügung stehen, aber auch durchdachte Grünräume, die viel Raum für entspannten Austausch und für Erholung bieten. Auf diese Weise wird das Zusammenleben gefördert und die sozialen Netze innerhalb der Hausgemeinschaften werden gestärkt. Ergänzt werden die Angebote durch soziale Einrichtungen, wie beispielsweise ein Tagesmutterzentrum“, erklärte Ludwig, der betonte, dass dem Kriterium der sozialen Nachhaltigkeit auch durch einen hohen Anteil an Wohnungen mit Superförderung, für die nur geringe Eigenmittel erforderlich sind, Rechnung getragen werde.

Beim Wohnprojekt des Leitprojektanten und Fixstarters Albert Wimmer sind zwei Teilbereiche für Baugruppen eingeplant, wobei auch eine Erweiterung in der Planung vorausschauend berücksichtigt wurde und möglich ist. „Zahlreiche Interessentinnen und Interessenten, die im Rahmen einer Baugruppe ihr Wohnprojekt gemeinsam mit dem Bauträger und Architekten gestalten wollen, haben sich gemeldet. Diese sind nun aufgefordert, ihre Konzepte einzureichen. Eine Jury wird im kommenden Frühsommer die zwei besten Konzepte küren und für die Realisierung empfehlen“, skizzierte der Wohnbaustadtrat die nächsten Schritte.

Der Baubeginn für die Wohnprojekte wird 2012 erfolgen, ihre Fertigstellung ist für 2013/2014 geplant. Ludwig: „Die Gesamtbaukosten aller Projekte werden rund 171 Millionen Euro betragen, die Stadt Wien fördert die Errichtung der Wohnbauten mit insgesamt rund 62 Millionen Euro.“

Die Siegerprojekte im Überblick

Siegerprojekt Bauplatz C.01

Bauträger:
Wettbewerbsgemeinschaft
win4wien Bauträger GmbH
(Bietergemeinschaft bestehend aus
win4wien Bauträger GmbH
EBG Gemeinnützige Ein- und Mehrfamilienhäuser Baugenossenschaft reg. GenmbH
Neue Heimat Gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft m.b.H.
Gemeinnützige Bau-, Wohn- und Siedlungsgenossenschaft Neues Leben, reg. GenmbH)
Architekten:
Univ.Prof. Arch. Dipl.Ing. Klaus Kada
Riepl Riepl Architekten
Dipl.Ing. Bernd Vlay + Mag. arch. Karoline Streeruwitz
Wohnungen:
insgesamt 419 Wohnungen (303 geförderte Mietwohnungen mit Eigentumsoption, 50 geförderte Mietwohnungen mit Superförderung, 50 geförderte Eigentumswohnungen, 16 geförderte Heimplätze)

Voraussichtlicher Baubeginn: März 2012
Voraussichtlicher Bezugstermin: März 2014

Projektbeschreibung: Die aus drei Häusern bestehende Wohnhausanlage zeichnet sich durch ein außergewöhnliches Gemeinschafts- und Freiraumkonzept („Wohnzimmer“) aus, das u.a. einen Bibliotheksbereich und ein Foyer, das als Veranstaltungsraum genutzt werden kann, eine galerieartige Zwischenetage, die sich als Bühnenraum für Theater-, Musik-, Kino- und Vortragsveranstaltungen anbietet sowie ein Bade- und Wellnesscenter, das auch für externe BesucherInnen geöffnet werden soll, umfasst. Der Freiraum wird als verlängertes Wohnzimmer verstanden. Dabei zaubert die besondere, hochwertige Möblierung Wohnzimmeratmosphäre und unterschiedliche, temporäre Bespielungen unterstützen die Bewohnung des Freiraumes in allen Jahreszeiten. Als zusätzliche Angebote sind u.a. eine Kletterwand, ein Gewächshaus mit Lounge, ein Jugendtreff mit Skaterrampe, eine Aussichtsempore und eine Kaffeeterrasse vorgesehen. Alle Freizeiträume in den Häusern sind durch attraktive Brücken miteinander verbunden.
Die am Übergang zwischen Sonnwendgasse und Park gelegenen Geschäftsräume können als „Cornershops“ gemeinsam mit dem südlich daran anschließenden Café ein attraktives Angebot nicht nur für die BewohnerInnen des Quartiers, sondern darüber hinaus auch für die Nachbarschaft bieten.
Rundumlaufende Veranden (Balkone, Loggien oder Wintergärten) sorgen für großzügige private Freiräume.

Kosten für die Nutzer:
Geförderte Mietwohnungen mit Eigentumsoption:
Baukostenbeitrag: ca. 197 Euro/
Grundkostenbeitrag: ca. 291 Euro/
Monatliche Miete: ca. 6,77 Euro/ (inkl. BK und MWST, exkl. Heizung und Warmwasser)

Geförderte Mietwohnungen mit Superförderung:
Eigenmittel: ca. 59,20 Euro/
Monatliche Miete: ca. 7,79 Euro/ (inkl. BK und MWST, exkl. Heizung und Warmwasser)

Geförderte Heimeinheiten:
eigenmittelfrei
Monatliche Miete: ca. 9,82 Euro/ (inkl. BK und MWST, exkl. Heizung und Warmwasser)

Geförderte Eigentumswohnungen:
Kaufpreis inkl. aller Förderungen: ca. 2,336 Euro/
Monatliche Kosten: ca. 2,37 Euro/

 

Siegerprojekt Bauplatz C.02.01

Bauträger:
Kallco Bauträger GmbH
Architekten:
Geiswinkler & Geiswinkler Architekten
Wohnungen:
Insgesamt 93 Wohnungen (73 geförderte Mietwohnungen mit Superförderung, 20 geförderte Heimplätze)

Voraussichtlicher Baubeginn: Jänner 2012
Voraussichtlicher Bezugstermin: Juli 2013

Projektbeschreibung:Dieses Siegerprojekt punktet vor allem mit einem vielfältigen und flexiblen Wohnungsangebot für unterschiedliche Altersschichten und Lebensumstände. Die leichte Adaptierbarkeit der Wohnungen und die Zuschaltbarkeit von Räumen erleichtert auch den Alltag von Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Auch die Koppelung von Wohnungen, aber auch Koppelung von Nutzungen unterschiedlicher Art (Arbeitsraum oder Ordination neben der Wohnung) sind prinzipiell möglich. Minilofts können zudem für verschiedene Nutzungszwecke temporär zugeschaltet und zugemietet werden: Alleinstehende, ArbeiterInnen, ProfessorInnen, StudentInnen, „flügge“ werdende Junge und ältere Menschen, die in der Nähe ihrer Angehörigen wohnen wollen, finden hier ein kostengünstiges Angebot. Als temporäres Wohnen wird die Förderung als Heim angesprochen.
Die Grundrisse und Raumanordnungen sind weitgehend nutzungsneutral gehalten. Flexibel eingehängte Balkone, die die Loggien erweitern, sorgen für individuelle Freiräume.
Alle Stiegenhäuser des Hauses münden in die „Aula“, die das gesamte Erdgeschoß, alle Stiegenhäuser, das Atrium und die Kellerflächen miteinander verbindet. Die Aula ist mehr als ein Verbindungsgang, sie ist eine zentrale Achse und identifikationsstiftendes Element, an die sich die Gemeinschaftsräume und alle Stiegenhäuser anschließen. Die Grünterrasse ist dem Gemeinschafts- und Kleinkinderspielraum vorgelagert und bietet Raum für dementsprechende Aktivitäten, insbesondere auch für temporäre Nutzungen („erweitertes Wohnzimmer“). Der terrassierte Hang mit seinen Sitz- bzw. Liegeflächen lässt sich als erhöhte „Freiraumlounge“ nutzen. Das Parterre bildet eine trittfeste Liege- und Spielwiese mit Liegemöbeln.

Kosten für die Nutzer:
Geförderte Mietwohnungen mit Superförderung:
Eigenmittel: ca. 60 Euro/
Monatliche Miete: ca. 7,54 Euro/ (inkl. BK und MWST, exkl. Heizung und Warmwasser)

Geförderte Heimplätze:
Eigenmittel: ca. 80 Euro/
Monatliche Miete: ca. 9,93 Euro/ (inkl. BK und MWST, exkl. Heizung und Warmwasser)

 

Siegerprojekt Bauplatz C.02.02

Bauträger:
Österreichisches Siedlungswerk
Gemeinnützige Wohnungsaktiengesellschaft
Architekten:
Delugan Meissl Associated Architects
Wohnungen:
insgesamt 92 geförderte Mietwohnungen

Voraussichtlicher Baubeginn: Jänner 2012
Voraussichtlicher Bezugstermin: Jänner 2014

Projektbeschreibung: Das Projekt „Plattform L – Lebensstationen“ setzt sich zum Ziel, ein möglichst breites Spektrum an Wohnungen bzw. Wohnungsmöglichkeiten anzubieten, das von allen Generationen angenommen und an die jeweiligen Bedürfnisse angepasst werden kann. Durch dieses generationsübergreifende Wohn-Konzept soll ein ausgeprägtes soziales Beziehungsgeflecht entstehen, das sich in den Kommunikationszonen – dem „Marktplatz“, im „Garten“ und am „Dach“ – entfalten und verdichten kann. Unterstützt durch gezielte ökologische und technische Maßnahmen soll so ein vitales und sicheres Wohnnetz einen zukunftsweisenden Ansatz für einen sozial nachhaltigen Wohnbau schaffen.
In dem vielfältigen Wohnungsangebot können sich Singles, Paare, Familien mit Kindern und Senioren jede gewünschte Wohnform wählen und nachhaltig auf die im Verlauf des Lebens unterschiedlichen individuellen Wünsche anpassen.
Für die Gemeinschaftsflächen sind viele Nutzungsmöglichkeiten modular möglich. Diese Partizipationsflächen können die BewohnerInnen selbst bzw. mit Moderation zu gemeinsamen Freizeiträumen gestalten.
Der „Marktplatz“ als zentraler Kommunikations- und Bewegungsraum im Erdgeschoß verbindet verschiedene Pole: Hauseingänge, Fahrrad- und Kinderwagenabstellraum, Müllraum, Stiegenhäuser, Gemeinschaftsraum am Dach und Gemeinschaftsdachfläche, Büroflächen und Gartenausgang.

Der Gemeinschaftsraum am Dach bietet der Hausgemeinschaft Aussicht und einen zweigeschossigen Luftraum mit Bar, der für hausinterne oder private Indoor-Veranstaltungen und während der Outdoor-Saison aufgrund seiner Ausstattung (Küche, WCs) als funktionale Ergänzung der Gemeinschaftsterrasse zur Verfügung steht.

Kosten für die Nutzer:
Baukostenbeitrag: ca. 198 Euro/ 
Grundkostenbeitrag: ca. 26 Euro/
Monatliche Miete: ca. 7,89 Euro/ (inkl. BK und MWST, exkl. Heizung und Warmwasser)

 

Siegerprojekt Bauplatz C.02.03

Bauträger:
Volksbau, Gemeinnützige Wohn- und Siedlungsgenossenschaft reg. Gen.m.b.H.
Architekten:
Arch. Dipl.Ing. Hubert Riess
Wohnungen:
insgesamt 98 geförderte Mietwohnungen mit Superförderung

Voraussichtlicher Baubeginn: Jänner 2012
Voraussichtlicher Bezugstermin: September 2013

Projektbeschreibung: Das Siegerprojekt im Passivhausstandard bietet verschiedene Wohnungstypen und -größen, um auf diese Weise unterschiedliche BewohnerInnengruppen anzusprechen und im Haus zu integrieren.
Ein großer zentraler Platz ist dem Gebäude vorgelagert und verbindet sämtliche Stiegenhäuser und Gemeinschafträume mit dem Garten. Die Platzfläche wird mit Beeten, Holzdecks und einer Laube ergänzt. Mobile Tische und Stühle erlauben den BewohnerInnen bevorzugte Orte aufzusuchen, zwei baumfrei gestaltete Flächen bieten Raum für Spiele (Boccia, etc). Langbänke schaffen Sitzmöglichkeiten. Holzdecks und Hängematten laden zum Verweilen ein. Obstgehölze und Beerenobst bieten Früchte, die Bäume verdecken den Blick auf die Holzdecks und schaffen so Rückzugsbereiche. Für die Kleinen stehen Sand, Hügel, Holzdecks und Spielgeräte zur Verfügung. Eine Laufbahn motiviert zum „Wettbewerb“, eine Bahn, die in den Sand führt, erlaubt es, Weitsprung zu probieren. Die Laufbahn führt auch zum Kletterwald für alle Altersstufen.

An Gemeinschaftseinrichtungen werden ein Gemeinschaftsraum für unterschiedliche Nutzungen mit Zugang zum Freiraum, Kinderspielräume mit Verbindung zu den Spielflächen im Wohnhof, eine Waschküche neben dem Kinderspielraum und eine Fahrradwerkstatt sowie Gemeinschaftsloggien in den Stiegenhäusern mit Blick in den Gartenhof und Aufenthaltsflächen bei den Stiegenhäusern angeboten. Beratungsräume für den Verein HOSI mit Café und einem kleinen Theaterraum befinden sich im Erdgeschoß.

Kosten für die Nutzer:
Eigenmittel: ca. 50 Euro/
Monatliche Miete: ca. 7,65 Euro/ (inkl. BK und MWST, exkl. Heizung und Warmwasser)

 

Siegerprojekt Bauplatz C.02.04

Bauträger:
BWS Gemeinnützige allgem. Bau-, Wohn- und Siedlungsgenossenschaft reg. Gen.m.b.H.
Architekten:
s&s architekten
Wohnungen:
insgesamt 124 geförderte Mietwohnungen

Voraussichtlicher Baubeginn: Jänner 2012
Voraussichtlicher Bezugstermin: November 2013

Projektbeschreibung: Dieses Siegerprojekt im Passivhausstandard besticht durch ein Tragsystem, das es ermöglicht, eine Vielfalt an Grundrissen, unterschiedlichen Wohnungsgrößen und -konfigurationen anzubieten, die sich durch eine hohe Nutzungs- und Langzeitflexibilität auszeichnen. Rund 60 unterschiedliche Wohnungstypen stehen zur Auswahl, zudem sind auch die thermisch getrennten abgehängten Balkone in ihrer Größe flexibel. Die NutzerInnen können daher die Balkongröße in einem bestimmten Rahmen selbst bestimmen.
Der Freiraum bildet einen integralen Teil des auf Mitbestimmung beruhenden Gesamtkonzeptes der Anlage. Die Lage und genauere Gestaltung bestimmter Elemente, so etwa der Holzdecks oder der Pflanzbeete im Dachgarten, werden gemeinsam mit den MieterInnen festgelegt, auch bei der Pflanzenauswahl soll genügend Spielraum für einen partizipativen Planungsprozess gegeben sein.
Das Grundkonzept der Gemeinschaftsräume besteht aus einem vielfältigen abgestuften System. Kleinere Gemeinschaftsräume in jedem Geschoß sollen unmittelbar wohnergänzende  Funktionen übernehmen, z.B. für die Kinderbetreuung, als Medienraum, zum Lernen, für Spielrunden, Seniorentreffs, und als Hobbyräume. Größere Gemeinschaftsräume für umfassendere Aktivitäten mit mehr Personen werden im Erdgeschoß (z.B. Kleinkinderspielraum und Waschsalon, Jugendraum, Fahrradwerkstätte und Fahrradraum, Seminarraum, Tauschmarkt), im 7. Obergeschoß mit Terrasse (z.B. Küche mit Klubraum), im 8. Obergeschoß (Hausgemeinschaftswohnzimmer) sowie im Untergeschoß (multifunktionaler Raum) angeboten.
Ziel der Mitbestimmung ist es, den Wünschen und Bedürfnissen der BewohnerInnen bestmöglich zu entsprechen. Gleichzeitig soll über den Mitbestimmungsprozess ein „aufeinanderbauen“ in sozialen Nachbarschaftsnetzen möglich werden. In diesen Mitbestimmungsprozess sollen auch Kinder und Jugendliche eingebunden werden. In der Besiedlungsphase soll ein Moderationsprozess als Starthilfe zur Findung der Selbst- und Nutzungsorganisation durchgeführt werden.

Kosten für die Nutzer:
Baukostenbeitrag: ca. 209 Euro/ 
Grundkostenbeitrag: ca. 305 Euro/ 
Es besteht die Möglichkeit, den Grundkostenbeitrag zu je einem Drittel bei Vertragsabschluß, 3 Jahre und 5 Jahre nach Bezug zu entrichten.
Monatliche Miete: ca. 6,86 Euro/ (inkl. BK und MWST, exkl. Heizung und Warmwasser)
Die Eigentumsbegründung an den Wohnungen nach 10 Jahren ist möglich.

 

Siegerprojekt Bauplatz C.03.01

Bauträger:
GESIBA Gemeinn. Siedlungs- und Bauaktiengesellschaft
GSG, Gesellschaft für Stadtentwicklung und
Stadterneuerung, Gemeinn. Ges.m.b.H.
FIXSTARTER!
Architekten:
Albert Wimmer ZT GmbH
Wohnungen:
insgesamt 250 geförderte Mietwohnungen
2 Teilbereiche sind für Baugruppen vorgesehen

Voraussichtlicher Baubeginn: Jänner 2012
Voraussichtlicher Bezugstermin: Jänner 2014

Projektbeschreibung:Jeder einzelne Puzzlestein in diesem Quartier mit Home-Offices, Mehrgenerationen-Wohnungen, Familienhaus, Terrassenhaus, Lofts und Leisure-Zentrum ist sorgfältig in sich entworfen, den jeweiligen NutzerInnenanforderungen nuanciert angepasst und auch offen für eine Ergänzung durch weitere Baugruppen geplant. Der Großteil der Räume ist nutzungsneutral bzw. flexibel gestaltet, im Erdgeschoß gibt es die Möglichkeit, Arbeiten und Wohnen zu kombinieren. An sozialen Einrichtungen sind zwei Wohngemeinschaften, ein Tagesmutterzentrum und „betreutes Wohnen“ eingeplant.
Im Zentrum des Bauplatzes liegt ein generationenübergreifender, zentraler Freiraum mit Angeboten für Kinder. Durch eine enge Verzahnung mit Angeboten für die Generation 50 Plus wird generationsübergreifende Kommunikation bewusst gefördert.
Schwerpunkt im Bereich des betreuten Wohnens sind gemeinschaftliche Gartenflächen mit Hochbeeten, die rollstuhl- und pflegebettgerecht gestaltet wurden.
Hochwertige Angebote an privaten Freiräumen ergänzen die MieterInnengärten. Zusätzliche attraktive Freizeitbereiche werden durch ein Schwimmbad, eine Sauna und einen Fitnessraum geboten. Ein Hausbetreuungszentrum soll Grundlage für eine effiziente und qualitätsvolle Hausbetreuung sein.

Kosten für die Nutzer:
Baukostenbeitrag: ca. 207 Euro/ 
Grundkostenbeitrag: ca. 287 Euro/ 
Monatliche Miete: ca. 7 Euro/ (inkl. BK und MWST, exkl. Heizung und Warmwasser)
Die Eigentumsbegründung an den Wohnungen nach 10 Jahren ist möglich.

 

Siegerprojekt Bauplatz C.03.02

Bauträger:
SOZIALBAU Gemeinnützige Wohnungsaktiengesellschaft
Architekten:
Blaich und Delugan Architekten
Wohnungen:
insgesamt 84 geförderte Mietwohnungen mit Superförderung

Voraussichtlicher Baubeginn: Jänner 2012
Voraussichtlicher Bezugstermin: September 2013

Projektbeschreibung: Soziale Nachhaltigkeit umfasst auch ein geeignetes Wohnungsangebot für Menschen mit besonderen Bedürfnissen, das bei diesem Siegerprojekt auf herausragende Weise erfüllt wurde. Das vielfältige Grundrissangebot bietet Wohnungen für Menschen mit geringerer Mobilität, Wohngemeinschaften für Menschen mit besonderen Bedürfnissen sowie rollstuhl- und behindertengerechte Wohnungen, die auch für Taubblinde und hochgradig Hör- und Sehbehinderte geeignet sind. Im 1. Obergeschoß ist zudem ein Therapieraum geplant, der den NutzerInnen der Sonderwohnformen zur Verfügung stehen soll.  Im Erdgeschoß werden außerdem zumietbare Räume für Arbeiten und Wohnen angeboten.
Das Freiraumkonzept sieht eine eine Spielzone, eine halböffentliche Durchwegung und gemeinschaftlich nutzbare Gartenbereiche vor. Die übergeordnete Durchwegung ermöglicht eine „Stadt der kurzen Wege“. Terrassen im 3. und im 6. Obergeschoß stehen für gemeinschaftliche und temporäre Nutzungen zur Verfügung.
Das Gemeinschaftsangebot umfasst Kommunikationsflächen, Kinderspielräume mit Verbindung zu den Spielflächen im Wohnhof, eine Waschküche in Verbindung mit den Kinderspielräumen, sowie eine Fahrradwerkstatt auch für externe Kunden.

Kosten für die Nutzer:
Eigenmittel: ca. 50 Euro/
Monatliche Miete: ca. 7,80 Euro/ (inkl. BK und MWST, exkl. Heizung und Warmwasser)

Die wichtigsten Infos zum Bauträgerwettbewerb

Gegenstand des Bauträgerwettbewerbs Sonnwendviertel waren sieben Bauplätze nahe der Favoritner Sonnwendgasse. In den Ausschreibungsunterlagen wurden nicht nur die zu erfüllenden Qualitätskriterien für eine hohe soziale Nachhaltigkeit der Wohnprojekte festgeschrieben, sondern auch der Innovation „Baugruppen“ wird erstmals im geförderten Wiener Wohnbau im Rahmen eines Bauträgerwettbewerbs Rechnung getragen: Auf dem Fixstarter-Bauplatz des Leitprojektanten Arch. Albert Wimmer (Bauträger Gesiba/GSG) werden zwei Baugruppenprojekte mit jeweils 25 Wohnungen ausgelobt. Weiters waren, um das Thema „soziale Nachhaltigkeit“ zusätzlich zu unterstreichen, auf einem weiteren, sehr großen Bauplatz ausschließlich Wettbewerbsgemeinschaften zugelassen, die aus zumindest drei Bauträgern und drei Architektenteams bestehen müssen. Die Wettbewerbsgemeinschaften sollten u.a. einen entsprechenden Nutzungsmix mit innovativen Ideen sowie ein perfekt abgestimmtes Frei- und Grünraumkonzept gewährleisten.

Soziale Nachhaltigkeit

Die vierte, von Vizebürgermeister Wohnbaustadtrat Michael Ludwig initiierte Säule der Beurteilung von eingereichten Projekten, „Soziale Nachhaltigkeit“, wird im Sonnwendviertel – neben den bisherigen Bewertungskriterien Ökologie, Ökonomie und Architektur – erstmals bei einem großen Wohnbauvorhaben umgesetzt. Um sozial nachhaltig zu sein, soll geförderter Wohnraum unterschiedlichen Nutzungen, Nutzergruppen und Wohnformen durch vielfältig nutzbare Grundrisse, Erschließungs- und Gemeinschaftsflächen und Außenbereiche entsprechen. Weiters ist auf die Alltagstauglichkeit und Reduktion der Errichtungs- und Bewirtschaftungskosten zu achten. Soziale Durchmischung, Mitbestimmungskonzepte, Hausorganisation, identitätsstiftende Maßnahmen und Vernetzung mit sozialer Infrastruktur sollen gestärkt werden.

Service

Erste Informationen über die Wohnprojekte im Sonnwendviertel – der Baustart erfolgt 2012 – sind in Kürze bei den beteiligten Bauträgern und beim Wohnservice Wien, Tel.: 24 503-25800, erhältlich. Vormerkungen und Anmeldungen für die Wohnungen sind beim Wohnservice Wien voraussichtlich Ende 2012/Anfang 2013 möglich.
InteressentInnen für Baugruppen und bereits formierte Baugruppen steht der Bauträger Gesiba (E-Mail: baugruppensonnwendviertel@gesiba.at) für nähere Informationen zur Verfügung.

 

Rückfragehinweis:

Christiane Daxböck
Telefon: 01/4000-81869