Submenü
Hauptbahnhof Wien - Baustart Rohbau Verkehrsstation
- Erste Betonfundamente der Verkehrsstation und der Brücken entstehen
- Über 100 Baumaschinen und bis zu 400 Bauarbeiter sind bereits im Einsatz
- Eigene Brecher- und Betonmischanlagen sorgen für effiziente Bauweise
Ende letzten Jahres fiel der offizielle Startschuss für die Baufirmen am neuen Hauptbahnhof Wien und an der sogenannten Anlage Ost – dem Bahn-Infrastruktur-Baufeld östlich des neuen Bahnhofs bis zur Brücke Gudrunstraße. Am 9. November wurde das Areal des sogenannten Bauloses 01 an die Arbeitsgemeinschaft übergeben. Nach Herstellung der Baustelleneinrichtungen wie Baustraßen, Containerdorf und Baulogistikflächen trafen die schweren Baugeräte auf der Baustelle ein und begannen zuerst mit den umfangreichen Erdaushubarbeiten zur Niveauangleichung und Vorbereitung für die Errichtung der Fundament der Verkehrsstation. Es sind nunmehr alle Abschnitte des Projekts in Bau. Die gesamte Baustelle erstreckt sich derzeit auf ca. 40 ha.
Bodenaushub via Bahn abtransportiert
Der aus bauphysikalischen Gründen nicht wieder verwertbare Anteil des Aushubmaterials wird auf dafür vorgesehenen Flächen gelagert und dann mit der Bahn abtransportiert. Zwei Bahnverladestationen mit Ladegleisen wurden eigens dazu angelegt. Seit Jänner verlassen pro Arbeitstag vier Züge mit je 14 Waggons und einer Beladung von ca. 850 Tonnen Material das Gelände. Rund 250.000 Tonnen wurden bisher auf Bodenaushubdeponien gebracht.
Fundamente der Verkehrsstation betoniert
Die ersten konstruktiven Arbeiten begannen mit der Errichtung der Rampe für die Einfahrt zur Tiefgarage der Verkehrsstation am künftigen Vorplatz Süd. Die Zufahrt wurde Anfang des Jahres ausgehoben, geschalt und betoniert. Mittlerweile starteten mit der Bauphase 1.2 die Arbeiten am Rohbau des eigentlichen Bahnhofes. Über 45.000 m³ Beton fließen alleine in die Bodenplatte des rund 34.000 m² großen Bahnhofes inkl. Garageneinfahrt, Zentralgebäude sowie Bauteile Nord und Süd. Um diesen enormen Bedarf decken zu können, produziert seit Mai eine baustelleneigene Betonmischanlage bis zu 180 m³ Beton pro Stunde. Für große Bauteile ist sogar die Herstellung von bis zu 1.200 m³ Beton pro Tag möglich.
Neun Brückentragwerke werden saniert oder neu gebaut
Unter dem neuen Bahnhof führen zwei Unterführungen durch: die „verlängerte Mommsengasse“ und die „verlängerte Ghegastraße“. Die Stützen für diese Durchfahrten sind bereits zu sehen – eben noch ohne Bahnhof darüber. Auch das Tragwerk für die neue Südbahnhofbrücke, die über die östlichen Bahnanlagen führt, und die Arsenalstraße mit der Gudrunstraße verbinden wird, ist bereits im Entstehen. Für all diese Tragwerke und für weitere Bauwerke werden Bohrpfähle errichtet – in Summe 1.400, mit einer Tiefe von bis zu 34 Meter.
Am östlichen Ende der Anlage Ost starteten im April die Abbruch- und Erneuerungsarbeiten am Brückentragwerk Gudrunstraße: das erste, alte Tragwerk wurde bereits mit zwei Kränen abgehoben. Die Eisenbahnbrücke wird bis 2013 komplett erneuert und wesentlich verbreitert. Weiters laufen seit Sommer 2009 Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten am Brückentragwerk Triester Straße. Im März 2010 war das Erste der beiden neuen Tragwerke fertig gestellt und die Arbeiten am zweiten Tragwerk wurden in Angriff genommen – sie sind bis Oktober 2010 abgeschlossen. Der Baustart für die Anlage Süd – das Bahn-Infrastruktur-Baufeld südwestlich des neuen Bahnhofs bis zur Brücke Triesterstraße – erfolgte am 02. Februar 2010. Mitte April begannen dort die Abbruch- und Bautätigkeiten am Brückentragwerk Laxenburger Straße.
Neue Umfahrungsgleise in Betrieb
Ende März wurde die ehemalige Verbindung von Süd- und Ostbahn, der Steudeltunnel, still gelegt. Seine Lage direkt unter dem neuen Tragwerk neben der Laxenburger Straße, dem künftigen Busbahnhof, und unter dem Vorplatz Süd der Verkehrsstation macht aus statischen Gründen eine Schließung und Verfüllung notwendig. Außerdem kann das Gleis im Steudeltunnel aufgrund der Lage nicht in den neuen Bahnhof integriert werden. Als Ersatz wurde eine 859 Meter lange Umfahrung mit zwei Gleisen errichtet - sie ist seit 28. März in Betrieb. Bis August 2012 wird der reguläre Personen- und Güterverkehr über diese Umfahrungsgleise geführt – ab dann verlaufen die Gleise bereits durch die neue Verkehrsstation. Im Dezember 2012 erfolgt die Teilinbetriebnahme der Verkehrsstation – mit Fahrplanwechsel am 12. Dezember scheint der Bahnhof erstmals im ÖBB Fahrplan auf.
Großeinsatz von hunderten Arbeitern und Maschinen
Auf der derzeit größten Baustelle in Wien sind bis zu 400 Vorarbeiter, Arbeiter, Poliere, Schlosser und Maschinisten im Einsatz. Über 100 Baugeräte von Lastkraftwagen, Bagger, Radlader, Walzen und Kräne sind am Gelände unterwegs. Da sich die ÖBB bei der Errichtung des Hauptbahnhofs zu einer umweltfreundlichen Baustellenabwicklung verpflichtet haben, sind ausschließlich emissionsarme LKWs und Baumaschinen mit Partikelreinigungssystem eingesetzt.
Umweltfreundliche Baustellenabwicklung als Gebot
Zum Schutz der Umwelt wird außerdem das gesamte wieder verwertbare Material – insbesondere Betonabbruch – auf dem Gelände aufbereitet und wieder eingesetzt. Das bedeutet eine entscheidende Minimierung der Transporte aus dem Gelände hinaus. Zwei tonnenschwere, mobile Brecheranlagen sind am Gelände stationiert und zerkleinern täglich bis zu 3.500 Tonnen Betonabbruch, der aus dem Bereich des Südbahnhofabbruchs und anderen kleineren Abtragsbaustellen am ehemaligen Frachtenbahnhof angeliefert wird. Das gebrochene, hochwertige Material wird derzeit auf Zwischenlagerflächen abgelegt und später direkt auf der Baustelle für Dammkörperschüttungen, Hinterfüllungen und Baustraßen wiederverwertet. Zum Schutz der Anrainer gegen Lärm sind die Anlagen so situiert, dass sie durch noch bestehende Stützmauern oder Materialzwischenlager abgeschirmt sind.
Baustellen-Sicherheit wird groß geschrieben
Auch innerhalb der Baustelle ist Schutz und Sicherheit ein großes Thema. Auf einer Baustelle dieser Dimension mit hunderten Bauarbeitern und Maschinen sind Regeln und auch Notfallpläne überaus wichtig. Ein solcher Notfallplan wurde in Abstimmung mit Polizei, Rettung und Feuerwehr erstellt und beinhaltet neben Vorschriften für Verhalten im Notfall, Kontakte von umliegenden Ärzten und Krankenhäusern auch Zufahrtspläne für die Einsatzkräfte und einen markierten Hubschrauberlandeplatz.
Ausblick bis zur Fertigstellung
Die Rohbauarbeiten für die neue Verkehrsstation laufen bis Herbst 2011, danach wird mit dem Innenausbau begonnen. Im Dezember 2012 soll der Durchgangsbahnhof in Teilbetrieb genommen werden, das heißt mit Fahrplanwechsel ist er Fahrtantritts- und Endbahnhof für tausende Fahrgäste. Zu diesem Zeitpunkt sind vier Gleise mit Bahnsteigkanten und ein Durchgangsgleis in Betrieb. Die Fertigstellung der Verkehrsstation ist für Ende 2014, für das gesamte Bahn-Infrastrukturprojekt für 2015 geplant.
Weitere Informationen zum Gesamtprojekt Hauptbahnhof Wien finden Sie auf der Website www.hauptbahnhof-wien.at.
ÖBB: Österreichs größter Mobilitätsdienstleister
Als umfassender Mobilitätsdienstleister sorgt der ÖBB-Konzern österreichweit für die umweltfreundliche Beförderung von Personen und Gütern. Mit rund 45.000 MitarbeiterInnen und Gesamterträgen von 5,7 Mrd. EUR ist der ÖBB-Konzern ein wirtschaftlicher Impulsgeber des Landes. Im Jahr 2009 wurden von den ÖBB 453 Mio. Fahrgäste und 120,3 Mio. Tonnen Güter transportiert. Strategische Leitgesellschaft des Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.
Rückfragehinweis
ÖBB-Holding AG
Mag. Alexandra Kastner
Konzernkommunikation
Telefon: +43 1 93000 33617
E-Mail: alexandra.kastner@oebb.at
www.hauptbahnhof-wien.at
www.oebb.at


